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BfR warnt vor hochdosierten Vitamin-D-Bolusdosen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat eine wichtige Stellungnahme zur Sicherheit von Vitamin-D-Nahrungsergänzungsmitteln veröffentlicht. Die Behörde warnt eindringlich vor den gesundheitlichen Risiken hochdosierter Vitamin-D-Bolusdosen und empfiehlt stattdessen eine kontrollierte Tagesdosierung.

Was sind Vitamin-D-Bolusdosen und warum sind sie problematisch?

Bolusdosen bezeichnet man hochdosierte Einzeldosen von Vitamin D, die in größeren Zeitabständen von mehreren Tagen bis Wochen eingenommen werden. Anders als bei der täglichen Supplementierung werden hier sehr hohe Mengen auf einmal zugeführt, was zu unnatürlichen Spitzenwerten im Blut führen kann.

Das BfR hat in seiner aktuellen Bewertung festgestellt, dass Einzeldosen von bis zu 500 Mikrogramm (20.000 IE) im Abstand von 20 Tagen zu problematisch hohen Vitamin-D-Konzentrationen im Blut führen können. Diese Dosierungspraxis birgt erhebliche Gesundheitsrisiken, insbesondere für Personen, die bereits eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung aufweisen.

Wissenschaftlich belegte Risiken von Vitamin-D-Überdosierung

Die vom BfR ausgewerteten Studien zeigen deutliche Zusammenhänge zwischen hochdosierten Vitamin-D-Gaben und unerwünschten Gesundheitseffekten:

  • Erhöhtes Sturzrisiko: Paradoxerweise können zu hohe Vitamin-D-Spiegel die Sturzgefahr erhöhen, obwohl Vitamin D normalerweise zur Muskelkraft beiträgt
  • Vermehrte Knochenbrüche: Überdosierungen können die Knochengesundheit negativ beeinflussen
  • Hyperkalzämie: Zu hohe Kalziumwerte im Blut durch übermäßige Kalziumaufnahme
  • Nierenschäden: Langfristige Überdosierung kann die Nierenfunktion beeinträchtigen

Besonders gefährdete Personengruppen

Das Risiko für unerwünschte Wirkungen ist besonders hoch bei:

  • Personen mit bereits guter Vitamin-D-Versorgung
  • Älteren Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion
  • Personen, die zusätzlich kalziumreiche Nahrungsergänzungsmittel einnehmen
  • Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen wie Sarkoidose

BfR-Empfehlung: 20 Mikrogramm als sichere Tagesdosis

Das Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigt 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tagesdosis als sichere Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel. Diese Empfehlung basiert auf umfangreichen wissenschaftlichen Bewertungen und berücksichtigt sowohl die Wirksamkeit als auch die Sicherheit der Supplementierung.

Diese Dosierung entspricht 800 Internationalen Einheiten (IE) und liegt deutlich unter den problematischen Bolusdosen. Bei regelmäßiger Einnahme dieser Menge kann Vitamin D seine bekannten positiven Funktionen erfüllen:

  • Trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor bei
  • Trägt zu einem normalen Calciumspiegel im Blut bei
  • Trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei
  • Trägt zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion bei
  • Hat eine Funktion bei der Zellteilung

Vitamin D und Vitamin K2: Kombinationen nur unter ärztlicher Aufsicht

Besonders kritisch bewertet das BfR die Kombination von hochdosierten Vitamin-D-Bolusdosen mit Vitamin K2. Diese Kombinationspräparate werden oft mit dem Versprechen beworben, die Calciumverwertung zu optimieren. Jedoch warnt das BfR, dass solche Kombinationen ausschließlich auf ärztliche Anweisung und unter medizinischer Kontrolle verwendet werden sollten.

Der Grund liegt in den komplexen Wechselwirkungen zwischen beiden Vitaminen und dem erhöhten Risiko für unvorhersagbare Effekte auf den Calcium-Phosphat-Stoffwechsel bei hohen Dosierungen.

Praktische Empfehlungen für Verbraucher

Sichere Vitamin-D-Supplementierung

Für eine verantwortungsvolle Vitamin-D-Supplementierung sollten Verbraucher folgende Grundsätze beachten:

  • Tägliche Dosierung bevorzugen: Wählen Sie Präparate mit maximal 20 Mikrogramm pro Tagesdosis
  • Regelmäßigkeit statt hohe Einzeldosen: Eine kontinuierliche Versorgung ist physiologischer als Bolusdosen
  • Ausgangsstatus bestimmen lassen: Ein Vitamin-D-Bluttest gibt Aufschluss über den aktuellen Versorgungsstatus
  • Ärztliche Beratung bei Unsicherheiten: Besonders bei Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme

Wann ist eine ärztliche Kontrolle notwendig?

Eine medizinische Begleitung der Vitamin-D-Supplementierung ist empfehlenswert bei:

  • Nachgewiesenem schweren Vitamin-D-Mangel
  • Einnahme von Medikamenten, die den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflussen
  • Nierenerkrankungen oder anderen Stoffwechselstörungen
  • Geplanter Einnahme von Kombinationspräparaten

Fazit: Qualität und Sicherheit haben Priorität

Die aktuelle BfR-Stellungnahme unterstreicht die Bedeutung einer verantwortungsvollen Vitamin-D-Supplementierung. Während Vitamin D zweifellos wichtige Funktionen im Körper erfüllt, zeigt die wissenschaftliche Evidenz deutlich, dass mehr nicht immer besser ist.

Verbraucher sollten bei der Auswahl von Vitamin-D-Präparaten auf seriöse Hersteller setzen, die sich an die offiziellen Dosierungsempfehlungen halten. Eine kontinuierliche, moderate Dosierung ist nicht nur sicherer, sondern auch physiologisch sinnvoller als hochdosierte Bolusgaben.

Die Warnung des BfR sollte als wichtiger Hinweis verstanden werden, bei Nahrungsergänzungsmitteln stets auf Qualität, Sicherheit und wissenschaftlich fundierte Dosierungen zu achten.

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